DER WEG IST DAS ZIEL!
von Gaby M.
Vor unserem letzten Türkeiurlaub habe ich extra auf der Volkshochschule vorher ein wenig von der Sprache gelernt. Dieses Wissen hat uns oft geholfen und so wagten wir ohne Reiseleitung den Ausbruch aus der Hotelanlage zu neuen Ufern.
Wir beschlossen, von Kemer aus mit dem Dolmus nach Tekirova zum Ökopark zu fahren. Dort kann man in einem großen Park einheimische und exotische Reptilien bewundern.
Zwei fröhliche Bäuerinnen erklärten uns gern den Weg zur Bushaltestelle, wobei sie sich sehr über mein Radebrechen amüsierten, es aber durchaus zu schätzen wussten. Der Busfahrer setzte uns an der richtigen Haltestelle ab und einheimische Händler wiesen uns den weiteren Weg, der kaum ausgeschildert war. In der schon morgens flirrenden Hitze führte der staubige Weg vorbei an Granatapfelplantagen, durch ein klares Bächlein und durch Wiesen und Felder. Immer wieder gaben uns freundliche Anwohner die Richtung an, bis wir endlich vor der verheißungsvollen Pforte des Parks standen. Dort hatten wir an jenem Tag eine deutsche Führerin ganz für uns allein und so war die Besichtigung der Gehege ein wunderbares Erlebnis.
Als wir uns am Nachmittag auf den Heimweg machten, war es noch um einige Grad wärmer geworden, die allgegenwärtigen Puten hatten sich in den Schatten der Bäume zurückgezogen. Wir schwitzten auf dem staubigen Weg und sagten kaum mehr etwas. Als wir dann wieder an den munteren Bach gelangten, wussten wir, dass wir zwei Drittel des Weges hinter uns hatten. Wir zogen die Sandalen aus, hielten die Füße ins kalte Wasser und nahmen auf einem Findling Platz. Als wir lauwarme, mitgebrachte Limonade tranken und Frösche beobachteten, kamen wir uns vor wie waschechte Rucksacktouristen und waren ungeheuer stolz auf uns.
In diesem Urlaub haben wir noch sehr viel Schönes gesehen und erlebt. Aber dieser Ausflug wird mir stets als etwas ganz besonderes in Erinnerung bleiben, weil wir uns alles aus eigener Kraft erarbeitet hatten.


